Eine Testmethodik legt fest, welche Eigenschaft einer Taschenlampe unter welchen Bedingungen gemessen wird. Sie entscheidet, ob Ergebnisse vergleichbar sind. Für die Auswahl zählen Lichtstrom, gebündelte Lichtstärke und Helligkeitsverlauf getrennt: Schau nicht nur auf maximale Lumen, sondern auf die passende Betriebsstufe, den Messzeitpunkt und die Definition der Laufzeit.
| Frage | Passender Nachweis | Wichtige Bedingung |
|---|---|---|
| Wie viel Licht insgesamt? | Lichtstrom in Lumen | Verfahren und Messzeitpunkt |
| Wie stark gebündelt? | Lichtstärke in Candela | Messrichtung und Aufbau |
| Wie lange nutzbar? | Helligkeitskurve und definierte Laufzeit | Modus, Referenz und Abbruchgrenze |
| Wie belastbar? | Dokumentierte Belastungsprüfung | Exaktes Prüfprogramm und Zustand danach |
| Wie überprüfbar? | Rohwerte, Messmittel und Musterherkunft | Trennung von Messung und Bewertung |
Du kannst diesen Beitrag neben einen Prüfbericht oder ein Datenblatt legen und dessen Angaben Schritt für Schritt zuordnen. Er erklärt Messgrößen, Geräteklassen, Versionsunterschiede und die Dokumentation hinter einer belastbaren Aussage. Ein konkretes Olight-Modell zeigt außerdem, warum der Aufbau eine automatische Abregelung berücksichtigen muss. Die Schwerpunkte liegen auf Messverfahren und Protokollen, nicht auf einer Bestenliste oder einer Kaufempfehlung für die gesamte Produktpalette.
Was wird gemessen, und welche Zahl brauchst du?
Lumen, Candela und Lux beantworten verschiedene Fragen. Lumen gehört zum Lichtstrom, Candela zur Lichtstärke in einer Richtung und Lux zur Beleuchtungsstärke auf einer Fläche. Die PTB führt diese Größen und Einheiten getrennt auf. Eine Wattangabe ist wiederum eine Leistungsangabe und ersetzt keine dieser photometrischen Größen. (Quelle: PTB: Die gesetzlichen Einheiten, S. 30)
| Konzept | Einheit | Zahlenbeispiel, kein Sollbereich | Wie du die Angabe beurteilst |
|---|---|---|---|
| Lichtstrom | lm | 1.000 lm als angenommenes Beispiel | Nicht mit der beleuchteten Entfernung gleichsetzen |
| Lichtstärke | cd | 10.000 cd als angenommenes Beispiel | Bündelung und Messrichtung mitlesen |
| Beleuchtungsstärke | lx | 10 lx an einem definierten Messpunkt | Abstand, Ausrichtung und Messfläche nennen |
| Laufzeit | min oder h | 60 min bis zu einer benannten Grenze | Helligkeit vor und nach der Grenze ansehen |
| Temperatur | °C | 25 °C als angenommene Umgebung | Umgebung und Messpunkt am Gehäuse trennen |
Einen allgemeingültigen ausreichenden Lumenbereich kann diese Tabelle nicht liefern. Für eine Arbeit in unmittelbarer Nähe ist eine andere Lichtverteilung sinnvoll als für einen schmalen Lichtpunkt in großer Entfernung. Auch eine Stirnlampe muss anders positioniert und getragen werden als eine Handlampe. Die Methodik soll diese Unterschiede sichtbar machen, nicht eine einzige Zahl zum Ersatz für den vorgesehenen Einsatz erklären.
Wie werden Lumen gemessen?
Zur Bestimmung des gesamten Lichtstroms muss der Aufbau mehr erfassen als den hellsten Punkt des Lichtkegels. Die Ulbricht-Kugel ist ein dafür eingesetztes Messsystem: Das Licht wird im Kugelsystem erfasst und gegen eine geeignete Referenz ausgewertet. Ein Luxmeter vor der Lampe misst dagegen zunächst die Beleuchtungsstärke an seinem Sensor. Dessen Anzeige lässt sich ohne passenden Aufbau und Referenz nicht als vollständige Lumenmessung ausgeben.
Olight beschreibt in einer öffentlichen Laborvorstellung von 2021 ein Kugel-Messsystem für Lichtstrom und Farbtemperatur sowie eine gesonderte Beleuchtungsstärkemessung. Das ist ein dokumentiertes Beispiel für unterschiedliche Messstationen. Die englische Beschreibung nennt keine belastbare aktuelle Inventarliste für die deutsche Redaktion. Ihre historischen Gerätebeschreibungen sind deshalb kein Beleg dafür, dass jeder heutige Modellwert an demselben Aufbau ermittelt wurde.
Lies bei einem Lumenwert immer die Ergebniszeile zusammen mit der Methode. Relevant sind der ausgewählte Modus, der Zeitpunkt nach dem Einschalten und die konkrete Ausführung der Lampe. Ein Wert aus einem Herstellerdatenblatt ist eine Herstellerangabe. Ein davon unabhängig ermittelter Wert braucht sein eigenes Messprotokoll. Selbst wenn beide dieselbe Zahl nennen, bleiben Herkunft und Prüfbedingungen unterschiedliche Informationen.
Für Leser ist vor allem diese Zuordnung hilfreich: Ein heller enger Fleck kann zu einer stärker gebündelten Lampe gehören; ein großflächiges Lichtbild kann dieselbe Aufgabe ganz anders lösen. Ein Beamshot macht solche Unterschiede anschaulich. Er misst aber nicht automatisch den gesamten Lichtstrom. Aus den Belichtungsdaten allein entsteht ebenfalls keine Lumenmessung. Ein Foto und eine Messkurve sollten deshalb nebeneinander stehen und verschiedene Fragen beantworten.
Welche Geräte nutzt ihr?
Dieser Beitrag benennt Geräteklassen, keine bestätigte Bestandsliste eines deutschen Testteams. In der öffentlichen Olight-Laborvorstellung werden neben dem Kugelsystem ein Beleuchtungsstärkemessgerät, eine Station zur Aufzeichnung des Helligkeitsverlaufs, ein Mehrkanal-Datenlogger und eine Klimakammer beschrieben. Konkrete aktuelle Gerätemodelle, Seriennummern oder Kalibrierbescheinigungen werden daraus hier nicht abgeleitet.
In einem nachvollziehbaren Bericht gehört zu jedem Messmittel die Aufgabe: Welcher Sensor erfasst das Licht, welches Gerät protokolliert die Zeitreihe und wo wird die Temperatur gemessen? Ein aufgelisteter Markenname ohne diese Zuordnung sagt wenig darüber aus, ob der Aufbau zur Frage passt. Umgekehrt kann eine sauber dokumentierte einfache Messung eine begrenzte Frage beantworten, ohne ein vollständiges photometrisches Labor zu ersetzen.
Achte außerdem auf das Messintervall und die Weiterverarbeitung. Wenn eine Kurve nur alle paar Minuten einen Punkt zeigt, lässt sie einen kurzen Helligkeitsabfall möglicherweise nicht erkennen. Wenn Rohwerte durch eine Glättung verändert wurden, sollte die Darstellung das erläutern. Für eine Prüfung des Verlaufs ist eine nachvollziehbare Zeitachse oft hilfreicher als ein einzelner großer Endwert im Diagramm.
Eine Smartphone-App kann für einen eigenen relativen Vergleich als Orientierung dienen. Ein solches Ergebnis sollte aber genau so bezeichnet werden: gleicher Aufbau, gleiche App, begrenzte Aussage. Es ist kein Ersatznachweis für eine kalibrierte Lumenmessung oder eine Normprüfung. Wer zwei Lampen mit dem Telefon vergleicht, sollte aus diesem Versuch keine präzise Herstellerabweichung auf einzelne Lumen behaupten.
Woran erkennst du eine nachvollziehbare Kalibrierung?
Ein Kalibriernachweis muss dem tatsächlich verwendeten Gegenstand zugeordnet werden können. Das DAkkS-Muster eines Kalibrierscheins enthält beispielsweise Gegenstand, Hersteller, Serien- beziehungsweise Prüfmittelnummer und Kalibrierdatum; es erläutert außerdem die metrologische Rückführbarkeit auf nationale Normale. Das Muster ist eine Darstellung von Nachweisangaben, keine Akkreditierung von Olight oder eines hier genannten Produkts. (Quelle: DAkkS: R-17025-K, Kalibrierscheinmuster S. 15)
Prüfe bei einem vorgelegten Nachweis deshalb nicht nur das Logo. Stimmen Gerät und Kennung mit dem Messprotokoll überein? Passt die Kalibrierung zu der tatsächlich verwendeten Messgröße und dem eingesetzten Bereich? Werden die verbleibenden Unsicherheiten bei der Ergebnisdarstellung berücksichtigt?
Die Unterscheidung ist praktisch: Ein Messgerät kann eine Zahl mit vielen Nachkommastellen ausgeben, ohne dass diese Stellen alle belastbar sind. Wenn sich zwei Ergebnisse nur gering unterscheiden, braucht es mehr als die Anzeige, um einen Gewinner festzulegen. Ein guter Bericht lässt nachvollziehen, ob eine behauptete Differenz innerhalb der erfassten Unsicherheit liegt oder unter den dokumentierten Bedingungen tatsächlich größer ausfällt.
Wie wird Laufzeit nach FL 1 eingeordnet?
Die öffentlich erklärte FL-1-2025-Methode unterscheidet reguläre Modi und kurzzeitige erhöhte Helligkeit, SDEB. Für reguläre Modi nennt PLATO Messungen nach 30 Sekunden bis zwei Minuten; die Laufzeit bezieht sich auf den Wert nach 30 Sekunden bis zu dessen 10-Prozent-Grenze. Bei SDEB nennt PLATO für die Leistung das Fenster von einer bis zehn Sekunden und als Laufzeitende 90 Prozent des darin erfassten Maximums. (Quelle: PLATO: FL 1-2025 – Getting the Testing Right)
Das macht die angegebene Ausgabe und Modusklasse wichtig. Eine ältere Anleitung mit Verweis auf FL 1-2009 oder FL 1-2019 darf nicht rückwirkend so gelesen werden, als sei ihre Turbo-Angabe nach der neuen SDEB-Regel ermittelt worden. Die folgende Tabelle ordnet nur die öffentlich beschriebenen Punkte ein. Sie ersetzt weder den vollständigen Normtext noch eine Konformitätsprüfung.
| Referenz / Bereich | Öffentlich beschriebener Punkt | Konsequenz für das Lesen |
|---|---|---|
| FL 1-2025, regulärer Modus | Leistungsmessfenster 30 s bis 2 min; Laufzeitgrenze 10 % des 30-s-Werts | Startreferenz und Kurve zusammen lesen |
| FL 1-2025, SDEB | Leistungsmessfenster 1–10 s; Laufzeitgrenze 90 % des dortigen Maximums | Nicht mit regulärer Laufzeit vermischen |
| Ältere ausgewiesene FL-1-Ausgabe | Versionsangabe des konkreten Dokuments beibehalten | Keine automatische Neuberechnung als SDEB |
Eine ergänzende Alltagsauswertung kann stattdessen eine vorher festgelegte nutzbare Helligkeit betrachten. Angenommen, eine fiktive Aufgabe verlangt, dass der beobachtete Messwert über einer gewählten Schwelle bleibt. Dann interessiert die Zeit bis zum Unterschreiten dieser Schwelle. Diese Auswertung muss ihre eigene Bezeichnung erhalten und darf nicht einfach als normgerechte Laufzeit ausgegeben werden.
Ein zweites Rechenbeispiel zeigt die Bedeutung einer Referenz: Bei angenommenen 1.000 Einheiten zu Beginn bedeuten 500 Einheiten die Hälfte und 100 Einheiten ein Zehntel. Diese Rechenwerte sind keine Messung einer Olight-Lampe. Sie machen nur sichtbar, warum eine lange Zeit bis zu einer niedrigen Resthelligkeit nicht dasselbe ist wie eine lange Zeit bei nahezu gleichbleibendem Licht.
Wie verändern Sensoren und Aufbau das Ergebnis?
Ein Messaufbau kann in das Regelverhalten einer Lampe eingreifen. Bei der Warrior 3S beschreibt der deutsche Shop einen Abstandssensor, der in Hoch, Turbo und Strobe auf erkannte Hindernisse mit einer Helligkeitsreduzierung reagiert. Ein Gegenstand nahe der Front gehört deshalb zu den dokumentationspflichtigen Bedingungen. Eine unbeabsichtigte Sensorreaktion darf nicht unbemerkt als gewöhnlicher Zeit- oder Akkueffekt interpretiert werden.
Der sichere Schluss ist nicht, Schutzfunktionen zu überbrücken. Halte dich an die Anleitung und dokumentiere den freien beziehungsweise durch den Versuchsaufbau beeinflussten Bereich vor der Lampe. Bei ungewöhnlichem Verhalten muss zuerst die Ursache geklärt werden. Eine Wiederholungsmessung ist nur dann hilfreich, wenn sie denselben vorgesehenen Modus und einen nachvollziehbaren, zulässigen Aufbau abbildet.
Das Beispiel lässt sich auf die Protokollprüfung anderer Bauformen übertragen, ohne ihre Funktionen gleichzusetzen. Bei einer Stirnlampe interessiert beispielsweise, ob sie während der Messung getragen oder in einer Halterung fixiert wurde. Bei einer Handlampe interessiert, ob Zubehör den Lichtaustritt verändert. Wenn ein Bericht solche Bedingungen offen nennt, kannst du besser entscheiden, welche Ergebnisse für deine Nutzung relevant sind.
Was belegen Fall-, Wasser- und Kältetests?
Ein Falltest braucht mehr Angaben als ein Video vom Herunterfallen. Relevant sind das geprüfte Exemplar, die Ausgangsfunktion, Fallhöhe, Aufprallfläche, Ausrichtung, Zahl der Ereignisse und die Funktion danach. Ein einzelner dokumentierter Versuch beantwortet eine begrenzte Frage. Er ist nicht automatisch der Beweis, dass sämtliche Geräte einer Serie jedes spätere Ereignis gleicher Art ohne Schaden überstehen.
Bei einem Wassertest müssen die ausgewiesene Schutzart und das tatsächliche Prüfprogramm auseinandergehalten werden. Frage nach Tiefe, Dauer, Zustand der Abdeckungen und anschließender Funktionsprüfung. Ein Foto im Regen belegt diese Bedingungen nicht. Umgekehrt darfst du aus einer Angabe zum zeitweiligen Untertauchen nicht ohne zusätzliche Belege jede andere Wasserbeanspruchung ableiten. Die konkrete Anleitung und das zugehörige Prüfprotokoll sind entscheidend.
Für Kälte ist zu klären, ob Lagerung, Einschalten oder fortlaufender Betrieb untersucht wurde. Auch die Dauer der Temperierung und der Akkuzustand gehören in die Beschreibung. Eine Klimakammer kann unterschiedliche Belastungen ermöglichen; ihr technischer Temperaturbereich ist nicht mit einer freigegebenen Betriebstemperatur jeder darin geprüften Lampe identisch. Die historische Olight-Laborvorstellung beschreibt eine Kammer, aber keinen vollständigen aktuellen Prüfbericht für jedes Modell.
Solche Belastungsprüfungen sind kein sinnvoller improvisierter Heimversuch an einem Akku-Gerät. Dieser Leitfaden fordert dich nicht auf, Lampen einzufrieren, aufzuheizen, unter Wasser einzuschalten oder fallen zu lassen. Sein Zweck ist, vorhandene Nachweise fachlich begrenzt zu lesen. Bei einem beschädigten oder auffällig warmen Gerät hat die sichere Handhabung nach Anleitung Vorrang vor einer weiteren Datensammlung.
Wie werden Handhabung und Lichtbild beurteilt?
Messwerte und subjektive Bewertung sollten in getrennten Abschnitten erscheinen. Ein gemessener Lichtstrom beantwortet nicht, ob ein Schalter mit Handschuhen angenehm zu treffen ist. Für die Bedienung braucht ein Bericht konkrete Aufgaben, beispielsweise einen Moduswechsel oder das Auffinden des Schalters im Dunkeln. Dazu gehören die Ausgangssituation, die benutzte Anleitung und die beobachteten Schwierigkeiten.
Bei mehreren bewertenden Personen sind deren Erfahrungen und Rollen relevant. Eine Aussage über die Größe der Testgruppe muss genauso belegt sein wie eine Zahl aus dem Messgerät. Namen, fachliche Qualifikationen oder wiederholte Durchläufe dürfen nicht nur genannt werden, damit eine Seite vertrauenswürdig wirkt. Ohne eine entsprechende Dokumentation bleibt eine Beobachtung eine einzelne beschriebene Erfahrung.
Auch Bilder brauchen eine saubere Einordnung. Ein Vergleich von Beamshots wird nachvollziehbarer, wenn Motiv, Entfernung, Blickwinkel und Kameraeinstellungen gleich bleiben. Sind die Bilder unterschiedlich belichtet, sollten sie nicht als unmittelbarer Helligkeitsvergleich präsentiert werden. Für eine Stirnlampe kann zusätzlich eine getragene Perspektive wichtig sein; ein Handlampenfoto übernimmt diese Aussage nicht automatisch.
Eine Gesamtnote entsteht erst durch eine Gewichtung. Wenn Helligkeit die Hälfte einer Note ausmacht, beantwortet das Ranking eine andere Priorität als eine Auswertung, die Bedienung besonders stark gewichtet. Suche deshalb nach der Gewichtung, bevor du den Sieger übernimmst. Eigene Anforderungen lassen sich besser an den Einzelbeobachtungen prüfen als an einer von ihrem Bewertungsmaßstab getrennten Endnote.
Wie stellt ihr Objektivität sicher?
Olight ist ein Hersteller und Anbieter von Leuchten. Ein Beitrag auf einer Olight-Seite ist daher nicht mit einem unabhängigen Vergleich einer Verbraucherorganisation gleichzusetzen. Technische Nachvollziehbarkeit lässt sich trotzdem prüfen: Stimmen Modell, Verfahren, Rohwerte und Schlussfolgerung überein? Ein offengelegtes Interesse verschwindet nicht durch ein Messgerät; umgekehrt wird ein richtig zugeordnetes Datenblatt nicht allein durch seine Herkunft wertlos.
Ein konkreter Testbericht sollte nennen, woher die Exemplare stammen: regulärer Kauf, Leihgabe, kostenloses Muster oder ein anderer Weg. Auch Rückgabe, Vergütung und Einflussmöglichkeiten gehören zur Einordnung, soweit sie für den Bericht zutreffen. Für diese allgemeine Methodenerklärung wird keine eigene Musterbeschaffung behauptet. Aus Produktfotos lässt sich weder ein anonymer Kauf noch die redaktionelle Freiheit eines Prüfteams ableiten.
Eine überzeugende Auswertung trennt außerdem die Reihenfolge: Zuerst werden Fragestellung und Vergleichskriterien festgelegt, dann Daten erhoben und danach Ergebnisse eingeordnet. Wenn Kriterien nachträglich angepasst wurden, sollte dies erkennbar sein.
Wer zwei widersprüchliche Bewertungen auseinanderhalten möchte, findet im gesonderten Leitfaden zu widersprüchlichen Testberichten die Frage nach unterschiedlichen Modellen und Prioritäten ausführlicher behandelt. Hier liegt der Schwerpunkt enger: Welche Messschritte und Dokumente brauchst du, um eine einzelne Aussage von ihrem Ursprung bis zur Auswertung nachzuvollziehen?
Welche Rohdaten gehören zu einem Bericht?
Rohdaten sind nicht nur ein Bild der fertigen Kurve. Für eine zeitliche Messung sind mindestens die tatsächlich aufgezeichneten Zeitpunkte, die zugehörigen Werte, ihre Einheit und die Zuordnung zu Exemplar und Modus hilfreich. Dazu kommen Hinweise auf Unterbrechungen, Sensorreaktionen und nachträgliche Korrekturen. Eine Prozentkurve benötigt außerdem ihren Referenzwert, sonst bleibt unklar, wovon die Prozentzahl berechnet wurde.
Eine verständliche Datenlieferung kann aus einer unveränderten Messdatei und einer kurzen Beschreibung des Aufbaus bestehen. Die lesbare Tabelle und ein Diagramm erleichtern den Einstieg; die ursprüngliche Datei ermöglicht die weitere Prüfung. Wenn Daten zusammengefasst oder umgerechnet wurden, muss die Beziehung zwischen Original und Darstellung erhalten bleiben. Eine CSV-Datei allein garantiert noch keine gute Messung, macht aber den Rechenweg eher prüfbar als ein Screenshot.
Für einen bestimmten Produktbericht solltest du zuerst nach einem Download oder einem ausdrücklich beschriebenen Anfrageweg auf genau dieser Seite suchen. Nenne bei einer Anfrage Modell, Modus, Messdatum und die gewünschte Datei oder Bedingung. Eine allgemeine Kontaktadresse ist keine Zusage, dass zu jedem Artikel Rohmessungen vorliegen oder herausgegeben werden. Dieser Methodenbeitrag enthält keinen eigenen Rohmessdatensatz.
Ein Messprotokoll in fünf Schritten lesen
Mit dem folgenden Ablauf kannst du einen vorhandenen Bericht prüfen, ohne selbst ein Labor nachzubauen. Er funktioniert sowohl bei einer Handlampe als auch bei einer Stirnlampe. Das Ergebnis ist eine klarer abgegrenzte Aussage, nicht die nachträgliche Zertifizierung des gelesenen Tests.
1. Modell und Nachweisart zuordnen
Notiere die vollständige Modellvariante und kennzeichne die Aussage als Herstellerangabe, unabhängige Messung oder persönliche Beobachtung. Übernimm keine Werte eines ähnlich benannten Nachfolgers.
2. Aufbau und Betriebsart prüfen
Suche nach Lichtmodus, Akkuzustand, Messzeitpunkt, Umgebung und Sensorposition. Fehlt eine für die Aussage entscheidende Bedingung, begrenze den Vergleich entsprechend.
3. Referenz und Einheit kontrollieren
Prüfe die Einheit und bei relativen Kurven den Bezugswert. Ordne die genannte Normausgabe und Modusklasse zu, bevor du Laufzeiten gegenüberstellst.
4. Verlauf mit Rohwerten abgleichen
Sieh nach, ob die Kurve und die Tabelle denselben Zeitraum und dieselben Werte zeigen. Beachte Unterbrechungen, Abregelungen und benannte Änderungen bei der Auswertung.
5. Schlussfolgerung auf ihre Reichweite begrenzen
Trenne Messbefund und Bewertung. Übernimm eine Aussage nur für die belegte Variante und die dokumentierten Bedingungen; eine Endnote erweitert den Nachweis nicht.
Welche Missverständnisse solltest du vermeiden?
| Missverständnis | Fachlich engere Aussage | Woran du es prüfst |
|---|---|---|
| Eine Luxanzeige ist direkt eine Lumenmessung | Messgröße und Erfassungsaufbau unterscheiden | Einheit und Verfahren |
| Turbo-Lumen gelten für die gesamte Laufzeit | Spitzenwert und zeitlicher Verlauf sind getrennt | Modus, Messfenster und Kurve |
| Eine Kugel beweist automatisch Genauigkeit | Aufbau und zugehörige Referenz müssen passen | Messmittelzuordnung und Kalibriernachweis |
| Herstellerfoto bedeutet bestandener Belastungstest | Ein Anwendungsfoto belegt kein Prüfprogramm | Protokoll statt Motiv |
| Ein offengelegtes Muster macht den Test unabhängig | Offenlegung und technische Nachvollziehbarkeit sind verschiedene Fragen | Musterherkunft und Auswertung getrennt lesen |
Häufige Fragen zur Testmethodik
Brauche ich für eine grobe Prüfung zu Hause eine Ulbricht-Kugel?
Für einen relativen Vergleich derselben Lampe im unveränderten Aufbau nicht zwingend. Kennzeichne das Ergebnis aber als begrenzten Vergleich und nicht als genaue Lumen- oder Normmessung. Bei einer Warrior 3S musst du zudem mögliche Einflüsse des Abstandssensors berücksichtigen und die Anleitung beachten.
Kann ich die höchste Helligkeit mit der längsten Laufzeit kombinieren?
Nein. Ordne beide Angaben derselben Modellvariante und demselben Modus zu. Bei FL-1-Angaben sind außerdem Ausgabe, Modusklasse und Laufzeitgrenze wichtig. Ein hoher Startwert der Warrior 3S oder einer anderen Olight-Lampe beweist keine entsprechende Dauerhelligkeit.
Ist eine Olight-Produktseite ein unabhängiger Testbericht?
Nein. Die Warrior-3S-Seite liefert Herstellerangaben und Modellinformationen. Ein unabhängiger Prüfbericht braucht eine eigene nachvollziehbare Untersuchung. Beides kann nützlich sein, muss aber als unterschiedliche Nachweisart gekennzeichnet und mit den jeweils dokumentierten Bedingungen gelesen werden.






