| Aufgabe | Empfohlene Ausstattung | Mindestanforderung für Deinen Plan | Modell / Auswahl |
|---|---|---|---|
| Weg und Aufstellfläche prüfen | Regelbare weiße Handlampe | Boden und Kanten erkennbar; niedrige Stufe direkt nutzbar | Seeker 4 Pro als Handlicht |
| Querung begleiten, Gruppe anhalten | Warnweste, Handlampe, erreichbare Zugleitung | Aufgabe und sichere Wartefläche geklärt; keine eigenmächtige Verkehrsregelung | Warrior 3S als ergänzendes Weglicht |
| Liste lesen, bei Handgriffen helfen | Sicher befestigtes Cliplicht oder passende Stirnlampe | Hände frei, Licht nach unten; Reflexflächen unverdeckt | Oclip Ultra als Clip-Beispiel |
| Zugende kenntlich machen | Separate, örtlich geforderte Schlussbeleuchtung | Lichtfarbe und Sichtbarkeit nach Auflage; Befestigung prüfen | Passende Schlussleuchte; Oclip Ultra bietet kein Rotlicht |
| Ausfall und Rückweg abdecken | Unabhängiges Reservelicht, Telefon, Routenplan | Energie für gesamte Dunkelphase samt eigener Reserve | Vorhandene geeignete Ausrüstung zuerst prüfen |
Anmeldung: Drei Städte zeigen, warum Du die örtlichen Regeln brauchst
Beginne mit einer Skizze: Veranstalter, Datum, Aufstellort, Zugweg, Ziel, erwartete Zahl von Kindern und Erwachsenen sowie eine mobil erreichbare Leitung. Ergänze Musik, Pferd, Feuer und gewünschte Straßensperrungen. Schicke diese Angaben an die zuständige kommunale Stelle und frage ausdrücklich nach Anzeige oder Erlaubnis, Frist, Unterlagen und Polizeibegleitung. Die Zuständigkeit kann beim Ordnungsamt, der Straßenverkehrsbehörde oder einem Veranstaltungsbüro liegen.
Die folgenden offiziellen Beispiele aus drei Bundesländern wurden am 30. Oktober 2026 geprüft. Sie sind ein Vergleich örtlicher Verfahren, keine bundesweite Freistellung und keine Zusage für Deine konkrete Route.
| Stadt / Bundesland | Veröffentlichte Anforderung und kurzer Originalwortlaut | Dein nächster Schritt |
|---|---|---|
| Köln / Nordrhein-Westfalen | Ab 500 Teilnehmenden ist eine straßenverkehrsrechtliche Erlaubnis nötig. Unterhalb davon gilt: „mit weniger als 500 Teilnehmenden müssen Sie uns anzeigen“. Eine gewünschte Polizeibegleitung fragst Du gesondert an. (Quelle: Stadt Köln: Sankt-Martins-Umzüge und Martinsfeuer) | Anzahl einschließlich Begleitung realistisch angeben; Anzeige oder Antrag an die städtische Straßen- und Flächennutzung richten. Frist frühzeitig erfragen. |
| München / Bayern | Bei einer sehr kleinen Gruppe oder verkehrlich unbedeutenden Straßen ohne benötigte Polizeibegleitung beschreibt die Stadt einen Fall ohne Anmeldung. Polizeibegleitung: „mindestens 14 Tage vor dem Veranstaltungstermin“. Bei erforderlicher Beschilderung: „spätestens 4 Wochen vor der Veranstaltung“. Fußgängerzonen sind laut Seite für diese Züge nicht zulässig; Sonderrechte bestehen nicht. (Quelle: Landeshauptstadt München: Martinszüge) | Mit der örtlichen Polizeiinspektion Betreuung klären; bei Beschilderungsbedarf das Veranstaltungsbüro einbeziehen. Bedingungen der Ausnahme vollständig prüfen. |
| Hannover / Niedersachsen | Die Stadt bietet für Laternenumzüge ein „vereinfachtes Genehmigungsverfahren“ an. Benötigt werden Teilnehmendenzahl, Route, Verantwortliche mit Handyerreichbarkeit, Datum, Uhrzeit und gegebenenfalls Tiere. (Quelle: Landeshauptstadt Hannover: Öffentliche Veranstaltungen, Abschnitt Laternenumzüge) | Daten per E-Mail an den Veranstaltungsservice oder über dessen Onlineantrag übermitteln; Vorlauf und weitere Auflagen für die konkrete Veranstaltung klären. |
Lass Dir auch sagen, wer welche Querung sichert und welche Aufgaben Deine Ordner übernehmen. Eine freundliche Zusage eines einzelnen Helfers ersetzt keine behördliche Abstimmung. Ändern sich Route oder Format, klärst Du die Änderung erneut. Bist Du für den gewünschten Termin zu spät dran, frage nach einer zulässigen kleineren Alternative, etwa einem Fest auf geeignetem Gelände. Eine Umbenennung in „Spaziergang“ löst offene Genehmigungsfragen nicht.
Termin und Spielmannszug: Erst Verfügbarkeit, dann Einladung
Laternenumzüge liegen häufig rund um den Martinstag am 11. November, aber es gibt keinen einheitlichen Termin für Kinder. Die aktuelle Hamburger Übersicht nennt 2026 beispielsweise Rissen am 7. November um 17:30 Uhr und Schnelsen am 21. November mit Abmarsch gegen 17:30 Uhr. Solche Ortsangaben helfen bei der Suche nach Veranstaltungen; sie bestimmen weder Deine Startzeit noch die Anmeldefrist in einer anderen Stadt. (Quelle: Stadt Hamburg: Laternenumzüge 2026)
Für einen Laternenumzug mit Spielmannszug klärst Du früh die tatsächliche Ankunftszeit, Aufstellung, Gehgeschwindigkeit, Liedauswahl und ein abgesprochenes Haltzeichen. Besprich, ob im Stand oder während des Gehens gespielt wird und was bei Regen geschieht. Musiker brauchen Platz; kleine Kinder gehören nicht unmittelbar zwischen Instrumente und enge Durchgänge. Der Spielmannszug übernimmt die Verkehrsabsicherung nur, wenn dafür eine ausdrücklich geklärte, zulässige Zuständigkeit besteht.
Ein Elternbrief braucht vor allem Treffpunkt und Einlasszeit, Abmarsch, geplantes Ende, Teilnahmebedingungen, Begleitregelung, Ausrüstung und Absagekanal. Trenne „Treffen um 17 Uhr“ von „Abmarsch um 17:30 Uhr“, damit Familien nicht eine zusätzliche halbe Stunde warten. Bestimme eine Person, die Wetter und aktuelle Lage beurteilt und Änderungen über denselben Kanal mitteilt. Teile auch mit, ob externe Gäste teilnehmen können oder die Veranstaltung auf die Einrichtung begrenzt ist.
Strecke planen: Licht, Engstellen und ein brauchbarer Ausstieg
Gehe die Route zuerst bei Tageslicht und anschließend möglichst zur geplanten Uhrzeit ab. Suche nach nassem Laub, unebenen Bordsteinen, Treppen, Pollern und Stellen, an denen parkende Fahrzeuge die Sicht verdecken. Prüfe, ob Kinderwagen und Rollstühle tatsächlich durchkommen. Eine beleuchtete Strecke mit wenigen Querungen ist oft leichter zu organisieren als ein schöner, aber schmaler Weg mit mehreren Straßenwechseln.
Markiere auf einer einzigen Karte Aufstellung, Querungen, sichere Wartepunkte, Engstellen, einen vorab abgestimmten kürzeren Weg und das Ziel. Eine Ausweichroute muss ebenfalls zulässig und vorbereitet sein; die Gruppe wechselt nicht spontan auf eine andere Fahrbahn. Halte Rettungszufahrten und Ausgänge frei. Der Abschlussplatz braucht genug Raum, damit Ankommende nicht stehen bleiben und die nachfolgende Gruppe auf die Straße zurückdrängen.
Plane die Dauer aus dem Tempo der langsameren Kinder und den tatsächlichen Halten. Ein Weg, den Erwachsene schnell ablaufen, kann mit Laternen, Musik und Wartezeiten deutlich länger dauern. Lege einen Ausstiegspunkt fest, an dem eine Familie begleitet gehen kann, ohne quer durch den Zug zurückzulaufen. Kläre zugleich den Rückweg: Die Betreuung oder Sperrung des Umzugs gilt nicht automatisch für den späteren Heimweg.
Ordner ausstatten: Gut erkennbar, erreichbar und ohne Blendung
Jeder Posten braucht einen Namen, eine Aufgabe, einen Standort und einen Kontakt zur Zugleitung. Ausgabe von Warnweste und Lampe allein ist keine Einweisung. Besprecht, wo die Gruppe wartet, wer einen Halt weitergibt und wie der Posten anschließend wieder zur Gruppe kommt. Die notwendige Zahl der Ordner richtet sich nach den örtlichen Vorgaben und dem konkreten Plan. Köln nennt in seinem Merkblatt beispielsweise einen gekennzeichneten Ordner je 50 Teilnehmende; übertrage diese Quote nicht ungeprüft auf andere Städte. (Quelle: Stadt Köln: Merkblatt Sankt-Martins-Umzug, S. 1–2)
Die Warnweste bleibt außen über der Jacke; Taschen und Schals dürfen ihre Reflexflächen nicht vollständig verdecken. Eine Handlampe beleuchtet den Weg unabhängig von der Blickrichtung. Eine Stirnlampe kann Hände freihalten, muss aber so eingestellt sein, dass sie beim Ansprechen eines Kindes nicht in dessen Augen leuchtet. Nutze ruhiges Weißlicht zum Gehen und Lesen. Stroboskop und improvisierte Lichtzeichen an Fahrende gehören nicht in diesen Ablauf.
Seeker 4 Pro: Regelbares Handlicht für Aufstellplatz und Wegkontrolle
Die Seeker 4 Pro lässt sich laut Olight am Seitenschalter in der Helligkeit einstellen. Ihre offizielle Anleitung nennt 50 lm mit 60 Stunden in Low sowie 300 lm mit 11 Stunden in Medium. Das sind konkrete Herstellerwerte für die Auswahl einer Arbeitsstufe, keine gemessenen Laufzeiten dieses Umzugs. Beginne mit wenig Licht und erhöhe nur, bis Boden und Kanten gut erkennbar sind. Die maximalen 4.600 lm brauchst Du nicht dauerhaft zwischen Kindern.
Für eine wiederaufladbare Taschenlampe gehören Ladestand, passendes Ladezubehör und eine unabhängige Reserve auf die Ausgabeliste. Bei der Seeker 4 Pro erfolgt USB-C-Laden über das Holster; alternativ beschreibt Olight MCC3 als gesonderte Ladeoption. Die Anleitung nennt 0–40 °C als Betriebsbereich. Prüfe deshalb die zu Deinem Gerät gehörenden Grenzen gerade bei einem kalten Novemberabend. Die Seeker-4-Pro-Anleitung enthält die Modus- und Bedienangaben.
| Teilaufgabe | Lichtstrom: sinnvoller Auswahlansatz | Laufzeit für Deinen Plan | Wasser / Wetter |
|---|---|---|---|
| Liste lesen und kurze Handgriffe | Niedrige Weißlichtstufe; keine allgemeine Lumen-Untergrenze | Wartezeit und Abschluss mit einrechnen; Cliplicht vorher am tatsächlichen Tragepunkt prüfen | Oclip Ultra: IPX6 laut Olight; trockenes Laden und Anleitung beachten |
| Aufstellplatz und Wegrand ansehen | Seeker 4 Pro: 50 lm Low oder 300 lm Medium als dokumentierte Vergleichsstufen | 60 h bei 50 lm bzw. 11 h bei 300 lm laut Hersteller; keine Zusage für Kälte oder alten Akku | IPX8 laut Anleitung; Betrieb 0–40 °C |
| Dunkle Kante oder Engstelle prüfen | Warrior 3S: 200 lm Medium als Hersteller-Modus; passend nach unten ausrichten | 13 h bei 200 lm laut Hersteller; Spitzenmodus nicht als Dauerstufe einplanen | IPX8 laut Standardanleitung; konkrete Nutzungshinweise bleiben maßgeblich |
| Zugende markieren | Lichtfarbe, Richtung und Erkennbarkeit aus der örtlichen Auflage ableiten | Gesamte Aufstell-, Zug- und Abschlusszeit plus festgelegte Reserve | Wettergeeignete Schlussleuchte; Farbfolie vor einer Handlampe ist kein geprüfter Ersatz |
Die Tabelle nennt Modellwerte und Auswahlkriterien, keine vorgeschriebenen Sicherheits-Mindestlumen. Addiere für Deine Energieplanung Aufstellung, Zug, Wartephasen und Abschluss. Ein Rechenbeispiel: 30 Minuten Vorbereitung, 45 Minuten Umzug und 30 Minuten Abschluss ergeben 105 Minuten. Mit einer selbst festgelegten Reserve von 45 Minuten planst Du 150 Minuten beziehungsweise 2,5 Stunden im tatsächlich benötigten Modus. Diese Reserve ist eine Planungsannahme, keine behördliche Vorgabe.
Kreuzungen: Die Gruppe führen und Befugnisse klären
Lege die Wartefläche vor der Querung so fest, dass die ganze wartende Teilgruppe dort Platz findet. Kinder sollen weder auf dem Radweg noch am Fahrbahnrand nachrücken müssen. Ein Ordner hält den Kontakt zur Gruppe, während die zuständige Verkehrsabsicherung nach dem abgestimmten Konzept arbeitet. Ist die Querung nicht klar, bleibt die Gruppe am sicheren Punkt stehen und die Zugleitung klärt das weitere Vorgehen. Niemand soll eine Lücke im Verkehr auf eigene Faust „noch schnell“ nutzen.
Eine Warnweste, Feuerwehrmitgliedschaft oder helle Lampe verleiht für sich genommen keine Befugnis, den Verkehr anzuhalten. In München weist die Stadt ausdrücklich darauf hin, dass Martinszügen keine Sonderrechte zustehen. Kläre deshalb vorab mit der zuständigen Stelle, wer Sperrungen oder Verkehrsregelung tatsächlich übernehmen darf. Ordner können der eigenen Gruppe Anweisungen geben; die Lampe bleibt dabei Weglicht und wird nicht in Windschutzscheiben gerichtet. (Quelle: Landeshauptstadt München: Martinszüge)
Warrior 3S: Handlicht für die konkrete Stelle
Die Warrior 3S besitzt einen Seiten- und einen Endkappenschalter. Olight nennt für die Standardausführung 200 lm mit 13 Stunden in Medium. Damit lässt sich eine benannte Dauerstufe planen, statt ausschließlich auf die maximalen 2.300 lm zu schauen. Weise Leihgeräte vor dem Start ein: Je nach Programmierung kann der Endschalter eine sehr helle oder blinkende Funktion auslösen. Verwendet beim Umzug die vorher vereinbarte ruhige Weißlichtstufe.
Die Warrior-3S-Standardanleitung beschreibt die Schalterprogramme und die verkürzte erste Turbo-Phase. Eine Hersteller-Leuchtweite sagt nicht, aus welcher Entfernung ein Fahrer den Ordner oder ein Signal zuverlässig erkennt. Für diesen Ratgeber liegen keine eigenen 50-Meter-Sichtbarkeitsdaten vor. Die Planung stützt sich deshalb auf abgestimmte Querungen, sichtbare Kleidung, verständliche Gruppenführung und passend ausgerichtetes Licht.
Zugende und Kita-Team: Schlusslicht und freies Arbeiten trennen
Bestimme eine feste Schlussbegleitung, die hinter der letzten zugehörigen Familie bleibt und Rückmeldungen an die Leitung gibt. Sie achtet auf größer werdende Lücken, ausgefallene Laternen und Familien, die die Runde verlassen wollen. Ein klarer Haltruf oder Telefonkontakt ist verlässlicher als hektisches Schwenken mit der Lampe. Die Spitze passt das Tempo an, wenn die Schlussbegleitung einen Rückstand meldet.
Welche Kennzeichnung vorn und hinten nötig ist, klärst Du anhand der Auflage. Das Kölner Merkblatt verlangt bei Dunkelheit oder entsprechenden Sichtverhältnissen vorne nicht blendendes weißes Licht, hinten rotes Licht oder gelbes Blinklicht, auch bei begleitenden Fahrzeugen. Das ist eine konkrete örtliche Vorgabe. Eine weiße Handlampe oder eine reflektierende Weste übernimmt die geforderte Schlussbeleuchtung dort nicht automatisch. (Quelle: Stadt Köln: Merkblatt Sankt-Martins-Umzug, S. 1–2)
Oclip Ultra: Weißes Arbeitslicht am passenden Befestigungspunkt
Die Oclip Ultra bietet laut Olight weißes Flächenlicht, weißen Spot und UV-Licht sowie Clip und Magnet. Für eine Liste oder einen kurzen Handgriff nutzt das Team niedriges Weißlicht. UV bleibt bei dieser Aufgabe ausgeschaltet. Die Ultra besitzt kein rotes Schlusslicht und wird hier nicht als solches empfohlen. Die auf der deutschen Seite genannten 144 Stunden gehören zum Moonlight-Modus, nicht zu einer hellen Wegbeleuchtung.
Prüfe den Clip an der tatsächlich getragenen Jacke oder einem geeigneten Gurt, bevor Kinder ankommen. Der Befestigungspunkt muss halten, ohne Reflexstreifen zu verdecken; der Lichtkegel darf nicht auf Kinderaugen zeigen. Drehe den Oberkörper und prüfe, ob das Licht verrutscht oder von der Kleidung abgeschattet wird. Ein Magnet benötigt eine geeignete Metallfläche und ist am Mantel kein Ersatz für einen passenden Clip.
Informationen für begleitende Familien bleiben im Ratgeber Sankt Martin und Laternenumzug: Sicher unterwegs mit Kindern. Geht es um die Ausrüstung der Feuerwehr selbst, erläutert Feuerwehr im Einsatz: Licht als Teil der Ausrüstung die getrennte Auswahl für dienstliche Aufgaben. Die hier genannten Hand- und Cliplichter ersetzen keine vorgeschriebene Feuerwehrausrüstung.
Martinsfeuer: Den Abschluss als eigene Aufgabe planen
Ein Martinsfeuer ist kein automatisch mitgenehmigter Zusatz zum Umzug. Kläre mit Grundstückseigentümer, zuständiger Behörde und Feuerwehr, ob es am geplanten Ort zulässig ist und welche Bedingungen gelten. Vereinbare Aufsicht, Absperrung, Sicherheitsabstände, geeignete Löschmittel und die Verantwortung bis nach dem letzten Gast. Ein entfernt stehendes Feuerwehrauto allein ist noch keine bestätigte Betreuung.
Die Abstände hängen von Standort, Umgebung und örtlicher Vorgabe ab; übernimm keine pauschale Meterzahl aus einem fremden Veranstaltungsplan. Das Kölner Merkblatt fordert unter anderem eine ausreichend große nicht brennbare Fläche, kreisförmige Absperrung, ständige erwachsene Aufsicht sowie vollständiges Ablöschen von Feuer und Glut vor dem Verlassen. Es untersagt leicht entzündliche Flüssigkeiten als Brandbeschleuniger. (Quelle: Stadt Köln: Merkblatt Sankt-Martins-Umzug, S. 1–2)
Aktuelle Hinweise aus dem Westerwaldkreis vom 28. Oktober 2026 empfehlen die enge Zusammenarbeit mit der Feuerwehr und ein spätes Aufschichten beziehungsweise erneutes Umsetzen des Holzstapels zum Schutz von Kleintieren. Der Kreis untersagt zudem private Martinsfeuer; diese örtliche Einschränkung darfst Du nicht als bundesweite Regel lesen. Frage nach den Bedingungen an Deinem Veranstaltungsort. (Quelle: Westerwaldkreis: Tipps fürs Martinsfeuer, 28.10.2026)
Setze für die von Kindern getragenen Laternen auf passende geschlossene LED-Lösungen. Der Landesfeuerwehrverband Sachsen warnt bei Fackeln und Laternen mit Flamme vor herabfallenden brennenden Teilen. Bei starkem Wind sollen sie nicht entzündet beziehungsweise bereits brennende gelöscht werden; geeignete Löschmittel müssen bereitstehen. Organisiere bei ungünstigen Bedingungen einen Abschluss mit Liedern und LED-Licht statt auf einem Feuer zu bestehen. (Quelle: Landesfeuerwehrverband Sachsen: Brandschutz bei Fackel- und Laternenumzügen)
Plane den Zugang zu Punsch und Gebäck seitlich des Ankunftsbereichs, sodass die Warteschlange keinen Rückstau in den Zug erzeugt. Ein ruhiger Sammelpunkt abseits von Feuer und Ausgabeschlange erleichtert Übergaben. Wetterentscheidung und Feuerentscheidung können unterschiedlich ausfallen: Eine kurze zulässige Laternenrunde kann möglich sein, während das geplante Feuer entfällt. Teile diese Änderung klar mit.
Nach dem Umzug: Wer bestätigt, dass niemand fehlt?
Lege vorab fest, ob und ab wann Eltern ihre eigenen Kinder begleiten oder das Kita-Team eine organisierte Gruppe beaufsichtigt. Diese Zuständigkeit muss für alle verständlich sein. Bei einer betreuten Gruppe führst Du eine Anwesenheits- und Übergabeliste; vermerke, wenn ein Kind mit einer berechtigten Begleitperson früher geht. Bewahre Kontaktdaten geschützt auf, damit sie den zuständigen Helfern zugänglich sind, ohne offen am Sammelplatz auszuhängen.
Am Ziel bleibt eine benannte Person an der Liste, eine zweite hält Kontakt zur Schlussbegleitung. Sie gleichen Gruppenbestand, dokumentierte Abgänge und Übergaben ab. Fehlt eine Rückmeldung, bleiben die übrigen Kinder bei ihrer Aufsicht; die Leitung koordiniert die Klärung. Ordner verlassen ihre Posten erst nach der vereinbarten Rückmeldung. Das Feuerteam bleibt unabhängig davon bis zur sicheren Beendigung seiner Aufgabe.
Sammelt anschließend Leihwesten und Lampen ein und vermerkt Ausfälle, dunkle Stellen und unübersichtliche Übergaben. Eine kurze Notiz „Tor am Ziel war zu eng; nächstes Mal zweiten Zugang klären“ hilft im kommenden Jahr mehr als eine allgemeine Bewertung. Veröffentlicht keine Kinderlisten oder privaten Telefonnummern in der Nachbesprechung.
Dein Ablauf in fünf Schritten
1. Rahmen und Auflagen klären
Notiere Termin, Teilnehmende, Route und Abschluss. Kläre mit der zuständigen Stelle Anzeige oder Erlaubnis, Frist, Verkehrsabsicherung und gegebenenfalls Feuer. Bestätige die Bedingungen, bevor Du verbindlich einlädst.
2. Route und Plan B festlegen
Begehe die Strecke, markiere Warteflächen, Querungen, Engstellen und das Ziel. Plane einen abgestimmten Ausstieg sowie eine geeignete Alternative bei ungeeignetem Wetter.
3. Personen und Übergaben einteilen
Benenne Zugleitung, Gruppenbegleitung, Querungsposten, Schlussbegleitung und Abschlussverantwortliche. Kläre Kontaktweg, Haltmeldung, Aufsicht und dokumentierte Übergaben.
4. Licht ausgeben und gemeinsam prüfen
Prüfe Ladestand, benötigte Dauerstufe, Tragepunkt, Ausrichtung und Reserve. Kontrolliere Warnwesten und die örtlich geforderte Schlussbeleuchtung; übe mit Leihgeräten die vereinbarte Bedienung.
5. Start und Abschluss bewusst freigeben
Starte erst mit einsatzbereiten Posten und klarer Rückmeldung. Gleiche am Ziel Gruppen und Übergaben ab, hole die Bestätigung der Schlussbegleitung ein und lasse eine Feuerstelle erst nach vollständigem Ablöschen verlassen.
Häufige Fragen
Was macht man beim Laternenumzug?
Kinder und Erwachsene gehen mit beleuchteten Laternen eine vorher festgelegte Strecke und singen gemeinsam. Je nach örtlichem Programm kommen Spielmannszug, Martinsspiel oder ein Abschlussfest hinzu. Wenn Du organisierst, klärst Du zusätzlich Anmeldung, Aufsicht, Querungen, Ordner und die Übergabe am Ende.
Welche Ideen gibt es für ein Laternenfest?
Plane eine kurze barrierearme Runde, gemeinsames Singen, eine Laternenausstellung oder ein kleines Martinsspiel. Ein Abschluss mit LED-Lichtern und warmen Getränken funktioniert auch ohne Feuer. Mit einem Spielmannszug klärst Du Route, Tempo, Haltzeichen und Regenalternative frühzeitig.
Wann ist Laternenumzug für Kinder?
Viele Umzüge finden rund um den Martinstag am 11. November statt; örtlich gibt es auch Termine davor und danach. Eine bundesweit feste Startzeit gibt es nicht. Prüfe den aktuellen Kalender der Gemeinde und die Einladung der Kita, Schule oder des Vereins; beachte Aufstellzeit, Abmarsch und Teilnahmebedingungen.






